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Die historische
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T138inSudenburg
Tw 138 + Bw 300

Nach der Umwandlung der Pferdebahn in die »Elektrische« standen nach üblichen Abschreibungssätzen die Betriebsmittel gerade vor ihrer ersten Erneuerung, als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach. Der Wagenpark der Magdeburger Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft MSEG war erneuerungsbedürftig, die Beschaffung neuer Fahrzeuge jedoch mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Seit dem Beginn des Krieges waren sowohl Waggonbaufirmen als auch Betriebe der Elektroindustrie mit Aufträgen für die Rüstung ausgelastet. Zudem stiegen die Rohstoffpreise, insbesondere für Kupfer und Metallguss, in kaum noch zu kalkulierendem Maße.

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Unser Verein
betreut im Auftrag
der Magdeburger Verkehrsbetriebe
die historische Fahrzeugsammlung
im Museumsdepot Sudenburg

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T138_fahrtImmerhin gelang es der MSEG in den Jahren 1915 und 1916, die aus der Anfangszeit der elektrischen Straßenbahn stammende Fahrzeugflotte um 8 neue zweiachsige Triebwagen zu ergänzen. Zu dieser kleinen Fahrzeugserie gehört der

 

Triebwagen 138 – Während die ersten 4 Triebwagen 1915 mit den Nr. 130 – 134 in der Waggonfabrik Wismar gefertigt wurden, stammt die zweite Lieferung des Jahres 1916 mit den Triebwagen Nr. 135 - 138 von der Firma Lindner Waggonbau Ammendorf, zu der auch der heutige historische Triebwagen gehört. 1921 wurden bei der HAWA in Hannover nochmals 4 Wagen mit den Nr. 139 – 142 aufgelegt. Auffälligstes Merkmal dieser Baureihe waren die geschlossenen Plattformen, denn bis dahin fuhren in Magdeburg nur Triebwagen mit offenen Perrons. Die aus Holz gefertigte Tragkonstruktion des Wagenkastens wurde an den Außenwänden mit Blechen verkleidet. Die Innenausstattung geriet außerordentlich luxuriös, vor allem wenn man bedenkt, dass der Erste Weltkrieg an der Westfront gerade zu einer gigantischen Menschen- und Materialschlacht ausartete. Auf den mit Plüsch gepolsterten Sitzen fanden 18 Personen Platz. Diese Quersitze waren je nach Fahrtrichtung umklappbar. Auf 27 Stehplätzen konnten die Fahrgäste die edle Holzverkleidung des Innenraums, die farbigen Oberlichtfenster und die elektrische Beleuchtung bewundern. Das zweiachsige Fahrgestell wies einen Achsstand von 2,50 Metern auf. Der Strom wurde mit einem Rollenstromabnehmer aus der Oberleitung abgenommen und über Fahrschalter der Bauart AEG FB 6 zu den Motoren geführt. 2 Fahrmotore der Bauart AEG U 158 mit je 39 kW Leistung trieben den Wagen an. Als zulässige Höchstgeschwindigkeit waren 30 km/h ausgewiesen. Die Wagen des Baujahres 1921 besaßen eine abweichende elektrische Ausrüstung.

 

Beiwagen 300 – gehört zu einer 25 Fahrzeuge umfassenden Baureihe, die in der Waggonfabrik Falkenried in Hamburg hergestellt wurde. 15 Wagen mit den Nr. 278 – 292 kamen bereits 1911 nach Magdeburg, 1914 folgten nochmals 10 Exemplare mit den Nr. 293 - 302, also auch der Beiwagen 300. In der Ausstattung entsprachen die Beiwagen weitgehend der Triebwagen-Bauart. Sie waren mit 18 Sitzplätzen und sogar 37 Stehplätzen ausgestattet. Als Besonderheit besaßen sie jedoch keine Schiebetüren auf den Perrons, sondern ungewöhnliche Klapptüren. Auch der Achsstand wich von den Triebwagen ab und betrug nur 2,20 Meter.

 

1934 baute die MSEG den Triebwagen 138 zum Fahrschulwagen Nr. 508. Dem Umstand, dass der »Teufelswagen« nun nicht mehr im Linienverkehr eingesetzt wurde, verdanken wir, dass er die erste Ausmusterungs- und Verschrottungswelle von Altfahrzeugen Ende der 1960-er Jahre zunächst überstand. Mit der fortschreitenden Lieferung von Tatra-Wagen gerieten jedoch auch der inzwischen mit der Nr. 708 ausgestattete Triebwagen und der Beiwagen 300 Anfang der 1970-er Jahre aufs Abstellgleis. Dem unermüdlichen Engagement vieler Straßenbahnenthusiasten war die Rettung der Fahrzeuge in letzter Minute zu verdanken. So konnten beide Wagen anlässlich des Jubiläums »100 Jahre Magdeburger Straßenbahn« im Jahre 1977 bei einer Fahrzeugausstellung auf dem Alten Markt gezeigt werden. Doch erst gut 20 Jahre war in Vorbereitung des Jubiläums »100 Jahre elektrische Straßenbahn« die umfassende museale und betriebsfähige Aufarbeitung möglich. Seit 1999 ist der Zug wieder ein Blickfang, wenn er bei Sonderfahrten und beim Theater in der Straßenbahn »TRAMART« eingesetzt wird. Nach rund einem Jahrzehnt Einsatz im Sonderfahrbetrieb war eine erneute »Grundinstandsetzung« der beiden Wagen erforderlich. In traditionell guter Qualität legten Mitarbeiter der GISE in der Hauptwerkstatt der MVB in Brückfeld Hand an. Wenn auch die Ergebnisse ihrer Arbeit äußerlich gar nicht sichtbar sind, weil sie hauptsächlich die Erneuerung der Fahrgestelle und der Wagenkastenkonstruktion betreffen, so ist doch heute das auffälligste Merkmal des »Theaterzuges« die veränderte Farbgebung. Die kräftige grün-gelbe Farbgebung, die der Zug 1977 erhielt, war durch keinerlei Originaldokumente belegt, sondern orientierte sich an den Aussagen von Zeitzeugen. 1999 wurde der Zug mit Ornamenten detaillierter ausgestattet, die Farbgebung beibehalten. Mitglieder des Vereins IGNah recherchierten aktuell erneut zur Farbgebung und fanden auch diesmal keinen exklusiven Beweis dafür, wie der Zug bei Inbetriebnahme vor rund einhundert Jahren tatsächlich aussah. Immerhin eines ist sicher: Zu keiner Zeit war das Flagschiff der historischen Fahrzeugsammlung von IGNah und MVB strahlender als heute! (Ralf Kozica, 21.08.2010)

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